Innenwand streichen: Anleitung in 5 Schritten — und wann der Profi günstiger ist
Wand selbst streichen ist machbar — wenn Vorbereitung und Technik stimmen. Die komplette Anleitung vom Malermeister, inklusive ehrlicher Rechnung, wann sich der Profi lohnt.

Eine Wand streichen kann jeder — sagt das Internet. Als Malermeister sage ich: stimmt, wenn Sie die Vorbereitung ernst nehmen. 80 % eines guten Anstrichs passieren, bevor der Deckel von der Farbdose kommt.
Was Sie brauchen — die Materialliste
Werkzeug: Farbrolle (18–25 cm, mittlerer Flor), Heizkörperpinsel, Ringpinsel für Kanten, Teleskopstange, Abstreifgitter, Malerkrepp, Abdeckvlies, Spachtel und Feinspachtelmasse. Rechnen Sie mit 40–60 € für brauchbares Werkzeug.
Material: Gute Dispersionsfarbe mit hoher Deckkraft (Klasse 1 oder 2). Für ein 15-m²-Zimmer mit zwei Anstrichen brauchen Sie etwa 5–7 Liter — Kostenpunkt 60–100 €. Welche Farbart wohin gehört, erklären wir im Artikel über Wandfarben.
Schritt 1: Vorbereiten — der wichtigste Teil
Möbel raus oder in die Raummitte, Boden lückenlos mit Vlies abdecken, Steckdosen und Lichtschalter abschrauben oder abkleben. Löcher und Risse verspachteln, trocknen lassen, glatt schleifen. Staub abwischen — Farbe hält nicht auf Staub. Prüfen Sie den Untergrund: Kreidet die alte Farbe ab (Handtest), muss grundiert werden.
Schritt 2: Kanten und Ecken vorstreichen
Mit dem Ringpinsel alle Kanten, Ecken und Anschlüsse an Decke, Fußleiste und Fensterrahmen etwa 5 cm breit vorstreichen. Arbeiten Sie zügig — die Kanten sollen noch feucht sein, wenn Sie rollen.
Profi-Tipp: Beim Vorstreichen nicht zu dick auftragen. Dicke Pinselränder bleiben nach dem Rollen als dunkle Streifen sichtbar — der häufigste Grund für fleckige DIY-Wände.
Schritt 3: Die Wand rollen
Farbe gut aufrühren, Rolle satt eintauchen und am Gitter abstreifen. Dann in Bahnen arbeiten: erst ein „W“ auf etwa einen Quadratmeter rollen, dann ohne neue Farbe kreuzweise verteilen und in eine Richtung glatt ausrollen. Immer nass-in-nass weiterarbeiten, nie mitten auf der Wand pausieren — sonst gibt es Ansätze.
Schritt 4: Trocknen lassen, zweiter Anstrich
Mindestens 4–6 Stunden warten (Herstellerangabe beachten), dann den zweiten Anstrich in gleicher Technik. Erst der zweite Gang bringt gleichmäßige Deckung — den spart man sich nur bei sehr gutem Untergrund und Premium-Farbe.
Schritt 5: Krepp rechtzeitig abziehen
Das Malerkrepp abziehen, solange die Farbe noch leicht feucht ist — im 45-Grad-Winkel. Wartet man bis zur Durchtrocknung, reißt die Farbkante mit ab.
Die häufigsten DIY-Fehler
- •Vorbereitung abkürzen — Farbe auf Staub, Fett oder kreidendem Altanstrich hält nicht
- •Billigfarbe kaufen und dreimal streichen statt zweimal mit guter Farbe
- •Zu wenig Farbe an der Rolle („trocken rollen“) — gibt Wolken und Streifen
- •Bei Zugluft oder Heizung auf Volllast streichen — die Farbe reißt auf
- •Dunkle Wand ohne Grundierung überstreichen
Wann lohnt sich der Profi?
Ein einzelnes Zimmer in gutem Zustand: Machen Sie es selbst, mit unserer Anleitung wird das ordentlich. Rechnen Sie aber ehrlich: Material und Werkzeug kosten schnell 100–150 €, dazu ein volles Wochenende Arbeit.
Beim Profi kostet dasselbe Zimmer ab etwa 8 €/m² Streichfläche — inklusive Abkleben, Möbelschutz, zwei Anstrichen und Endreinigung, fertig an einem Tag. Bei ganzen Wohnungen, Altbau-Deckenhöhen, dunklen Farbwechseln oder Nikotinwänden ist der Malerbetrieb fast immer die wirtschaftlichere Wahl — spätestens, wenn das Ergebnis halten soll.
Sie möchten es lieber gleich richtig? Kostenloses Angebot anfordern — wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
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